Infos zu den Werkstätten der Fakultät Gestaltung




Wenn anstatt herkömmlicher wissenschaftlicher Erörterungen zu Wissenserwerb und -vermittlung visuelle Gestaltung hinzutritt, stellt sich sofort die Frage nach der Bedeutung des Bildlichen. Dabei muss es nicht als das klassische Einzelbild begriffen werden. Bildtheoretische Fragen spielen zum Beispiel auch im Raum, im Bewegtbild oder aber im Zusammenwirken von Bild und Text eine Rolle. Bezugswissenschaften für die Bildtheorie sind dabei so unterschiedlich wie die damit verbundenen Anliegen: u.a. Kunstgeschichte und -theorie, Medien-, Design- und Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft, Ethnologie/Kulturanthropologie sowie Kognitionswissenschaft, Wahrnehmungspsychologie und Philosophie. Ausgehend von Aby Warburgs Mnemosyne-Atlas und Walter Benjamins Konzept des Denkbildes sollen zunächst die Brisanz bildlich-wissenschaftlichen Vorgehens sowie die damit verbundenen Begriffe erarbeitet werden, um anschließend – auf Grundlage der Masterthemen und spezifischer Interessen – eine umfassendere Quellenlage gemeinsam in den Blick zu nehmen.

Unabhängig von der Betreuung der Bachelorarbeiten wird hier allen Studierenden, die im Wintersemester ihre BA-Thesis schreiben, die Möglichkeit gegeben, sich Klarheit über den Theorie-Anteil der Thesis zu verschaffen. Was ist bei der Fragestellung zu bedenken? Wie stellt man sein Vorhaben klar und reflektiert vor? Welche Literatur könnte weiterhelfen? Wie sollte eine Gliederung aussehen? Und wie ein Literatur- und Abbildungsverzeichnis? Im Kurs werden alle formalen und viele inhaltliche Aspekte bearbeitet, erprobt und geklärt. Nach anfänglichem Input durch die Dozentin, eröffnet sich die Breite möglicher Herangehensweisen durch die Vorstellung der Einzelvorhaben. Neben den Diskussionen im Plenum wird ausreichend Zeit für Einzelbesprechungen eingeräumt.

Der Bachelor-Workshop wird zunächst wöchentlich und anschließend – nach Absprache – in Blockveranstaltungen durchgeführt. Er ist maßgeblich an die Studierenden gerichtet, die im Wintersemester 2022/23 ihre BA-Thesis schreiben. Die Teilnehmer:innen-Zahl ist begrenzt. Bei ausreichender Kapazität können aber auch Studierende teilnehmen, die ihre BA-Thesis erst im SoSe 22/23 schreiben werden. Am 5. Oktober beantworte ich gerne Ihre Fragen zur Veranstaltung.


Was zeichnet Kommunikation aus? Inwieweit wird sie von Information oder auch von Manipulation unterschieden? Inwiefern ist Kommunikation an Sprache gebunden oder auch nicht? Verändert Technik unseren Kommunikationsbegriff? Und welche Konsequenzen gehen damit einher? Wenn wir einen der wichtigsten Aspekte visueller Gestaltung begreifen wollen, sind wir auf unterschiedlichste Wissenschaftsgebiete verwiesen: Neben Philosophie, Sprachwissenschaften und Medienwissenschaften auch Psychologie, Sozialwissenschaften, Pädagogik und gar Mathematik. Ziel der Veranstaltung ist neben der Beherrschung zentraler kommunikationstheoretischer Begriffe vorrangig die Diskussion der Bedeutung von Kommunikationsvorstellungen und -handlungen für das Design. Insofern wird es neben Vorlesungsanteilen auch gemeinschaftlich erarbeitete Fragestellungen und Diskussionsgrundlagen geben.

Wozu eine Wissenschaft der Gestaltung? Und inwiefern kann sie Praktikerinnen und Praktikern des Designs helfen? Neben einer grundlegenden Einführung in die Designtheorie liegt das Hauptaugenmerk der Vorlesungen auf der Beantwortung der zweiten Frage: Inwieweit ist Designtheorie ›praktisch‹?

Im ersten Veranstaltungsteil versuchen wir Design – und somit vorrangig Produkte des bildlich Visuellen – zu ›lesen‹. Bei der Einarbeitung in Bildsemiotik und visuelle Rhetorik geht es zum einen um die Versprachlichungsfähigkeit von Gestaltungseindrücken und kommunikativen Elementen, zum anderen aber bereits ganz klar um die Entwicklung von Werkzeugen für die eigene Designhandlung.

Der zweite Veranstaltungsteil ruft in Erinnerung, dass Designtheorie zunächst aus der Praxis heraus entwickelt wurde, als Reflexion des eigens Gemachten bzw. des eigenen Arbeitsprozesses und seiner Einbindung in Gesellschaft. Welche ästhetischen, sozialen oder ökologischen Anliegen machen also Designerinnen und Designer in ihren Schriften geltend und wie prägen sie damit unsere Vorstellungen von Design. Vorrangig der zweite Veranstaltungsteil weist über Belange des Kommunikationsdesigns hinaus und bindet auch Fragen des Produktdesigns oder der Architektur ein. Zudem ist er als gemeinschaftliche Forschungsaufgabe angelegt, verläßt also die Vorlesungsform.


„Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen. (…) Es ist zwar schon alles gesagt und gemacht, aber jede Zeit ist auch anders. Und diese kleine Verschiebung von dem „Wie geht es doch noch?“, das macht die Arbeit im Grunde aus.“ Wolfgang Tillmans 

Dieses Projekt richtet sich an Studierende, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium der Fotografie suchen und den Wunsch haben, in einem diskursiven Umfeld Ihre eigenen Fragestellungen zu entwickeln und intensiv an ihren fotografischen Projekten zu arbeiten.

Im Zentrum steht die Auffassung, dass Bilder und Bildermachen das Potential haben, Welt zu erkennen und dass man bei der Fotografie von einer eigenen Form des Denkens ausgehen kann. Und dass es insbesondere in Zeiten populistischer Zuspitzung, immer auch um die eigene Haltung, um eine Ethik des Bildermachens gehen muss, sowie um die „Zumutung“, die Komplexität der Wirklichkeit nicht zu vereinfachen, sondern im Bild zu lassen.

Entweder Sie haben bereits eine Vorstellung von ihrem Vorhaben, oder wir entwickeln dieses in einem kreativen Prozess gemeinsam. Zügig wird mit der Bildherstellung begonnen, um zu ermöglichen, anhand der eigenen Bildproduktion zu wachsen, sowohl methodische als auch technische Vorgehensweisen zu verfeinern und individuelle Fähigkeiten auszubauen.

In einer Atmosphäre kooperativen Lernens erarbeiten wir uns parallel dazu eine Bandbreite an fotografischen Sichtweisen, die von dokumentarischen Narrativen bis hin zu experimentellen Bildproduktionen reicht. Ausgehend von Ihren subjektiven Interessenlagen erarbeiten wir uns workshopartig sowohl Positionen aus der Geschichte der Fotografie als auch zeitgenössische Theorien und Fotografien. Wir betrachten und analysieren eigene und fremde Bilder und versuchen, diese in einem größeren kulturellen, künstlerisch-gestalterischen und soziopolitischen Kontext zu verorten.

(Re-)Thinking Photography ist als fortlaufendes Format angelegt, einerseits, um damit auch langfristig angelegte Projekte prozesshaft begleiten zu können, und andererseits, um eine Kultur des gemeinsamen Sprechens und (Neu-) Denkens über Fotografie aufzubauen.